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Weihnachtsgedicht 2009: Konjunkturmaßnahme
Die Wirtschaftsweisen plagt die Frage: Wem nützen Weihnachtsfeiertage?
Die Leut' hab'n Zeit, sich zu beschenken und über manches nachzudenken... Zwei Tage gammeln sie am Stück und fressen sich nur rund und dick.
Wenn die Regierung das erst rafft, wird "Frohes Fest" schnell abgeschafft,begründet mit dem Zaubersätzle:Konjunktur schafft Arbeitsplätzle!
Denn Angi, unser "Lüderle" hat jetzt auch schlaue Brüderle...
Im Garten hängt ein Weihnachtsmann
Im Buchenwald wachsen keine Nordmanntannen.
Ein betrunkener Weihnachtsmann gehört nicht unter die Tanne, sondern auf den Dachboden.
Die Gans im Keller sollte man vor dem Rupfen schlachten, sonst erfriert sie.
Und wenn Brunhilde anrückt, kettet man sich besser am Weihnachtsbaum fest.
Sicher ist sicher.
»Weihnachten oder Möglichkeiten der Folter im 21. Jahrhundert«
eine Geschichte von Philipp Schaller für Menschen, die auch in dieser Zeit gern mal gelacht hätten.
Gelesen und durch böse Lieder schamlos untermauert von Carmen Ruth.
Alles Schräge zum Fest!
Charlotte
Meine Freundin Charlotte - das kabarettistische Urgestein - hatte vor einigen Tagen Geburtstag. Zweiundneunzig, zehn Jahre älter als Dieter Hildebrandt!
Wenn wir beide zusammensitzen, rauchen, reden über die skrupellose Geldgier der Banken, dann sagt Charlotte gelassen: "Ach weeßte, Mädchen, det hab ick schon paarmal durch. Die Jeschichte wiederholt sich, ick wunder mich darüber nich mehr." (An Charlottes Berliner Schnauze beißen sich die Unterfranken seit etwa 50 Jahren die Zähne aus...)
Wenn wir beide sitzen, rauchen, reden über die Wirtschaftskrise, ich mir meine schwärzliche Zukunft ausmale, dann guckt Charlotte verständnisvoll über ihren Brillenrand: "Mädchen, kuck mich an. Zweemal ausjebombt, eenmal bei der Republikflucht allet stehn- und liejenjelassen. Es jeht immer irjendwie weiter."
Wenn wir beide...(Ihr wisst schon) und ich beklage mich über den Winter, der dieses Jahr und überhaupt und es dauert noch sooo lange bis Frühling und - dann sagt sie: "Stimmt. Det is dieses Jahr aber ooch. Bin ick froh, wenn erst die Narzissen stinken!
Und wenn ich dann aufstehe, die leere Zigarettenschachtel wegschmeiße und Charlottes Tür hinter mir zuziehe, gehe ich immer mit dem gleichen Gefühl: Es hat sich alles relativiert. Ich weiß jetzt wieder, was im Leben wichtig ist...
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